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LRS – Ratgeber


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Symptome von Legasthenie

Vorwort

Eine umschriebene Lese-Rechtschreib-Schwäche (Legasthenie) zeigt sich in der Regel deutlich zwischen dem zweiten und vierten Schuljahr.

Erkennungsmerkmale

Die meisten Kinder machen beim Erlernen von Lesen und Schreiben zunächst die gleichen Fehler. Normalerweise werden diese Fehler durch Üben nach kurzer Zeit überwunden.

Typisch für Legasthenie ist, dass keine oder kaum eine Besserung eintritt, dass selbst einfache Worte, die schon gekonnt wurden, am nächsten Tag immer wieder neue Probleme machen, dass alles Üben allenfalls am Anfang des Lesen-Lernens Erfolge zeigt, aber bald praktisch keinen weiteren Nutzen mehr bringt. In der internationalen Klassifikation der Krankheiten ICD-10 wird sogar als Teil der Definition von Legasthenie genannt: „Rechtschreibstörungen [...] persistieren oft bis in die Adoleszenz“, d.h. sie verfolgen die Betroffenen ein Leben lang.

Typische Erkennungsmerkmale von Legasthenie sind u.a.:

  • Schwierigkeiten beim Lese-Verständnis und/oder flüssigen Lesen und/oder bei der Rechtschreibung, daher sehr schlechte Noten in Deutsch besonders in der Rechtschreibung bei Diktaten, jedoch zumindest anfangs häufig bessere Leistungen in anderen Schulfächern.
  • keine deutliche Besserung durch vermehrtes Üben
  • häufiges Auftreten gleichartiger Rechtschreib-Fehler, jedoch wird das gleiche Wort nicht immer gleich falsch geschrieben. Häufig gemachte Fehler sind zum Beispiel:
    • Vertauschen der Reihenfolge von Buchstaben
    • Verwechseln symmetrischer Buchstaben: q mit p und d mit b
    • Verwechseln ähnlich klingender Buchstaben: d und t
    • Auslassungen und Verdoppelungen
    Allerdings treten solche Fehler auch bei anderen Kindern auf, nur eben nicht so häufig. Nicht die Art der Fehler, sondern die Häufigkeit gibt den Ausschlag. Auch treten nicht bei allen Legasthenikern die gleichen Fehler auf, Legasthenie kann viele Gesichter haben.

Häufige Begleiterscheinungen

Bei Legasthenie treten häufig auch auf:

  • allgemeine visuelle und/oder audive Wahrnehmungsstörungen
  • visuelle Aufmerksamkeitsprobleme
  • Rhythmusstörungen
  • Auffälligkeiten der Grob- und Feinmotorik

Diese können eventuell bereits im Vorschulalter beobachtet werden, dürfen aber nicht mit Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität verwechselt werden, die später auch oft mit Legasthenie einhergehen.

Spätfolgen

Wird die Legasthenie nicht rechtzeitig erkannt und das Kind nicht zusätzlich gefördert, geht den Kindern der Spaß an der Schule schnell verloren, es treten Verhaltensstörungen auf, die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder kann behindert werden. Diese sekundären Erscheinungen werden zu leicht mit Ursachen der Legasthenie verwechselt.

Siehe auch Auswirkungen.

Autor: BlickLabor der wissenschaftliche Blick hinter LRS, Legasthenie und andere Lernprobleme
(www.BlickLabor.de)