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LRS – Ratgeber


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Was ist LRS ?

LRS und Legasthenie

Definition: Legasthenie ist eine schwerwiegende Störung des Erwerbs von Lese- und/ oder Rechtschreib-Fähigkeiten, die sich weder durch eine unterdurchschnittliche Intelligenz, eine fehlerhafte oder mangelnde Beschulung, den Verlust von bereits erworbenen Lese- Rechtschreibfähigkeiten, noch durch Traumen oder neurologische Erkrankungen erklären lässt. Eine Legasthenie liegt auch nicht vor, wenn Erkrankungen der Sinnesorgane vorliegen (periphere Hör- und Sehprobleme).

Der heutige Begriff der Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) wurde von Pädagogen geprägt. Der Begriff erfasst alle Menschen, denen das Erlernen von Lesen und Schreiben schwerfällt. Es wird keine Aussage über andere Fähigkeiten oder über mögliche Ursachen gemacht, es gibt keine deutliche Begriffsabgrenzung z.B. zum Analphabetismus.

In der Schule wird meist nicht zwischen LRS (Lese-Rechtschreib-Schwäche) und Lese-Rechtschreib-Störung bzw. Legasthenie unterschieden, obwohl das für die Ursachen-Suche und somit für gezielte Hilfe wichtig wäre, siehe weiter unten.

Die offizielle Definition von Legasthenie (siehe Kasten) teilt alle Betroffenen in zwei Gruppen: eine Gruppe, bei denen die Schwierigkeiten durch eine der aufgezählten Ursachen erklärbar sind, und die übrigen, bei denen dies nicht der Fall ist. Die erste Gruppe hat 'nur' Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS), die zweite Gruppe hat Lese-Rechschreib-Störung, also 'echte' Legasthenie.

Therapie

In der Schule erhalten meist alle von LRS betroffenen Kinder der selben Schule die selbe Therapie, unabhängig von der individuellen Ursache: früher meist gar keine, heute zunehmend zusätzlichen Förderunterricht.

Damit kann natürlich vielen Kindern geholfen werden. Manche brauchen einfach mehr oder individuellere Förderung, manche brauchen vielleicht auch einfach einen anderen Lehrer oder eine andere Lehr-Methode. Aber auch bei Schülern, bei denen die Ursache der LRS eine andere ist, wird sich oft die Lesekompetenz und Rechtschreibung durch Nachhilfe zunächst verbessern, weil sie dann eine andere Strategie anwenden, und sei es durch Auswendiglernen.

Jedoch haben einige Kinder ungewöhnlich große Schwierigkeiten mit dem Erlernen der Schriftsprache, obwohl sie weder dumm noch faul sind. Bei ihnen führt noch mehr Üben irgendwann zu gar keiner Verbesserung mehr, im Gegenteil, es bewirkt nur noch mehr Frust und Ärger (siehe Auswirkungen).

Bei diesen Kindern sollten die individuellen Fähigkeiten und Schwächen erkundet werden, um die Ursache ihrer Schwierigkeiten zu finden. Die Forschung des letzten Jahrzehnts hat aufgezeigt, dass in sehr vielen dieser Fälle Wahrnehmungsschwächen bzw. Entwicklungsrückstände im Bereich des Hörens und Sehens vorliegen. Diese liegen nicht in den Sinnesorganen, sondern in der Sinnesverarbeitung im Gehirn. Früher haben wir dennoch generell allen Kindern zuerst einen Besuch bei Augenarzt und HNO-Arzt empfohlen, um diese Ursachen auszuschließen. Jedoch kamen fast alle ohne Befund aus diesen Untersuchungen heraus. Nur Tests der Sinnesverarbeitung konnten die Schwierigkeiten dieser Kinder entlarven.

Autor: BlickLabor der wissenschaftliche Blick hinter LRS, Legasthenie und andere Lernprobleme
(www.BlickLabor.de)